Entscheidend is auf'm Platz

Grünanlagenpflege und Winterdienst – Olympiastadion, Berlin

Pál Dárdai und Krzysztof Mielewczyk haben viel gemein: Beide gehören seit über 20 Jahren zum Olympiastadion Berlin, so lange wie sonst nur Kult-Maskottchen Herthinho. Beide verantworten die Taktik und Technik von Männern, die alle 14 Tage auf dem Rasen „abliefern“. Der eine als Cheftrainer für die Hertha, der andere als Greenkeeper für die  Olympiastadion Berlin GmbH als Betreiber des Olympiastadion Berlin.

„Grau is’ im Leben alle Theorie – aber entscheidend is’ aufm Platz.“ Eine Fußballweisheit, die – an Goethe angelehnt – vom legendären Dortmunder Kapitän Adi Preißler stammt. Krzysztof Mielewczyk kennt den Ruhrpottkicker aus den 50ern zwar nicht, lebt aber dessen Bonmot. Von 1997 bis 2000 lernte er das Gärtnerhandwerk von der Pike auf, später folgten zwei Jahre Weiterbildung zum Greenkeeper, alles bei Gegenbauer. „Ich gehöre zum Inventar“, sagt er schmunzelnd. Seit 2012 ist der gebürtige Pole Vorarbeiter. Seit 2016 verantwortet er den Rasen im Olympiastadion – seinem „Wohnzimmer“ seit Lehrzeiten. PENTA-Teamleiter Hanno Frick nickt anerkennend. „Ich bin froh, dass ich ihn habe.“

Im Fußballfachjargon heißt jemand wie Mielewczyk Unterschiedspieler. Frick: „In den letzten Jahren ist hier ein wirklich gutes Team zusammengewachsen, auf das ich mich verlassen kann.“ Ähnlich wie in der Truppe von Pál Dárdai tummeln sich viele Nationen im 15-köpfigen Kader von Mielewczyk. Er liest sich wie eine kleine Weltauswahl: Polen, Russen, Engländer, Deutsche, Türken, Äthiopier.

„Der Berliner Rasen spielt Champions League.“

Neben ihrem „Spielertrainer“ Krzysztof Mielewczyk beackern an Spieltagen drei Kollegen das Grün, laut Mielewczyk eine gute Mischung aus Poa pratensis und Lolium perenne: Oder zu Deutsch: Wiesen-Rispengras und Deutsches Weidelgras. „Wirklich gutes Gras“, schmunzelt der Profi. „Echter Naturrasen.“

Wie beim Fußball beginnt die Vorbereitung auf das Spiel weit im Voraus. Mehrmals im Monat wird der Rasen gedüngt, unter anderem  mit einem eisenhaltigen Extrakt für die satte Farbe. Außerdem zieht alle vier Wochen ein Spezialgerät seine Bahnen, um die Spielfläche zu belüften. Pro Quadratmeter werden 350 Löcher in die Grasnarbe gestochen. Gemäht wird alle zwei Tage – und direkt am Spieltag. Dabei sind die Vorgaben  der DFL strikt einzuhalten: Die Länge der Halme muss zwischen 2,5  und 2,8  cm liegen, die Linien sind bemessen auf 12 cm Breite. Klar definiert ist auch der Ablauf an Spieltagen mit Anstoßzeit um 15.30 Uhr: Gemäht wird ab 7 Uhr – immer quer für das aus dem Fernsehen bekannte Muster. Ein ganzer Kubikmeter Gras kommt dabei zusammen. Anschließend beginnt das Kreiden. Mielewczyk: „Die vertikalen Linien, also die Grund- und Mittellinien, werden immer von der Hauptkameraseite weg gekreidet. Das garantiert ein einheitliches Aussehen am Bildschirm.“ Zum Schluss werden Netze und Fahnenstangen aufgebaut, unmittelbar vor dem Spiel wird das Feld über 15 computergeregelte Regner noch einmal gewässert. Was ist für ein saftiges Grün noch wichtig? „Die Sonneneinstrahlung. Ohne UV-Licht geht nichts“, sagt der Greenkeeper.

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