Anette Weller über Frauen in Führungspositionen

Anette Weller  war die erste Vorständin bei Gegenbauer. Im Interview gewährt sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag, erläutert ihre Philosophie und erklärt, warum sie es gut findet, dass das Unternehmen immer diverser wird – auch auf allen Führungsebenen.

Frau Weller, seit März 2017 sind Sie Vorstandsmitglied bei Gegenbauer. Was sind Ihre Aufgaben?

Neben der Verantwortung, die ich für die Sparte Location Management bereits seit vielen Jahren innehabe, bin ich zusätzlich für die Sparten Property Services und Sicherheitsdienste zuständig. Das bedeutet umfangreiche neue Aufgaben und bringt es mit sich, dass ich mich in für mich ziemlich fremde Fachgebiete eingearbeitet habe. Dass ich seinerzeit in beiden für mich neuen Sparten mit offenen Armen empfangen wurde, hat die Orientierung  ziemlich erleichtert. Als Vorstandsmitglied trage ich nun auch Verantwortung für den Gesamtkonzern, das heißt, ich bin gefordert, Entscheidungen mit zu treffen, die Auswirkungen auf das ganze Unternehmen und gegebenenfalls alle Mitarbeiter haben. Davor war mir nicht bange, aber ich empfand anfangs durchaus Respekt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Den typischen Arbeitstag gibt es nicht. Es gibt Tage, an denen ich mich mit internen Themen beschäftige, z. B. mit Mitarbeitern, Planungen, Ergebnissen oder Prozessen. Und es gibt andere, an denen ich vor allem vertrieblich unterwegs bin, oft mit vier, fünf Außer-Haus-Terminen. In jedem Fall ist eine gute Koordination und Vorbereitung nötig, denn alle „meine“ Gesellschaften haben ihren Sitz an einer anderen Stelle. So komme ich allein in Berlin auf sechs Gegenbauer-Standorte, die ich regelmäßig ansteuere. Ein weiterer Unterschied ist, dass ich früher viel öfter bei Konzerten und Wettkämpfen  in unseren Hallen dabei war – das schaffe ich heute nicht mehr. Dafür nehme ich an den Abenden an Netzwerk- und Kundenveranstaltungen teil. Als Unternehmen sind wir ja auch Mitglied bei z.B. Berlin Partner oder dem VBKI, um hier nur einmal zwei zu benennen.

„Die Augen offen halten für die vielen Chancen, die es bei uns gibt“

Gibt es etwas, das Sie in Ihrer aktuellen Funktion anders sehen als in Ihrer früheren Geschäftsführerposition?

Ganz viele Sachen – das hat vorrangig mit der veränderten Perspektive zu tun. Jetzt bin ich eher gefordert, das große Ganze im Blick zu haben, nicht nur eine Einzelgesellschaft. Außerdem habe ich nicht mehr die Zeit, so tief in ein einzelnes Thema einzusteigen, wie ich das über viele Jahre gewohnt war. Ich bin auf die gute Zuarbeit unserer Experten angewiesen, um auf dieser Basis zu entscheiden. Das ist noch einmal eine neue Dimension von Vertrauen, die hier gefordert ist. Und manchmal fügen sich im Vorstand auch neue Informationen zu einer Gesamtbewertung zusammen, zu der ich mit der bisher gewohnten, reinen Spartensicht nicht gekommen wäre.

Haben Sie sich bei Ihrem Wechsel in den Vorstand etwas vorgenommen?

Ich möchte weiterhin die Dinge, die ich tue, gut und anständig machen. Und ich möchte, dass unser Unternehmen als Ganzes, aber auch die Teams, mit denen ich zusammenarbeite, erfolgreich sind. Schließlich stehen wir als Traditionsunternehmen vor großen Veränderungen sowohl unserer IT Landschaft als auch in der Organisation unserer Prozesse und Strukturen. Diese Veränderungen unterstütze ich mit ganzer Kraft, denn sie sind eine der Voraussetzungen dafür, dass wir uns auch in den nächsten Jahrzehnten erfolgreich entwickeln können.

Außerdem möchte ich möglichst vielen Mitarbeitern bei Gegenbauer Mut machen, eine Entwicklung im eigenen Unternehmen anzustreben, statt den nächsten Karriereschritt zwingend bei einem anderen Arbeitgeber zu suchen. Das heißt, die Augen offen zu halten für die vielen Chancen, die es bei uns gibt – sei es in einer anderen Sparte, einer anderen Abteilung, an einem neuen Standort oder, wie bei mir, in einer Funktion mit erweiterter Verantwortung.

Welche Reaktionen haben Sie auf Ihre Bestellung als erste Vorständin bei Gegenbauer erhalten?

Ausschließlich sehr positive. Ich habe viel Zuspruch bekommen, gerade auch für die Mitarbeiterinnen unseres Unternehmens war dies sicherlich ein gutes Signal. 

Sehen Sie in Ihrer Herangehensweise an Aufgaben Unterschiede zu Ihren männlichen Kollegen?

Ich denke weniger in den Kategorien Mann oder Frau, sondern eher in persönlichen Präferenzen. Und meine persönliche Präferenz ist dadurch geprägt, bei aller gebotenen Sachorientierung den Menschen in den Mittelpunkt meines Handelns bzw. meiner Entscheidungen zu stellen.  Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir Personalentscheidungen nicht auf Grund von Geschlecht oder auch Herkunft sondern der Eignung treffen müssen. Je „bunter“ dabei der Mix der persönlichen Präferenzen ist, umso mehr helfen diese, im Team gemeinsam erfolgreich zu sein.

Kontakt
Kontakt

Auf Jobsuche?

Hier erreichen Sie uns.

(030) 44670-0
info@gegenbauer.de

Initiativ